Mit Tierhaut bespannte Hohlkörper

Davul I

Das Must-Have der Mittelalter-Musik-Szene.

Baujahr: 2003
gekauft: siehe unten
Hersteller: Raban himself/Österreich

Die Davul ist eine zweiseitig bespannte Rahmentrommel, welche auf der Bass-Seite mit einem massigen Schlegel bearbeitet und auf der gegenüberliegenden höheren mit einer Rute geschlagen wird, obwohl die Ärmste gar nix angestellt hat.
Durch den Wechsel der unterschiedlichen Klänge entstehen schlagzeugähnliche Effekte, welche sehr groovige Meldodiebegleitungen garantieren.
Ihren Ursprung hat die Davul im orientalischen Raum, ist aber auch in der Balkanmusik gern gehörtes rhythmisches Highlight.
Das vorliegende Modell ist mit Naturfellen bespannt, was einenen Outdoor-Einsatz unter unseren klimatischen Gegebenheiten nahezu ausschließt. Grund dafür ist die übergrosse Bereitschaft der Tierhäute sich mit Feuchtigkeit der Umgebung anzureichern, um in weiterer Folge dem Geschlagen-werden zu entgehen, da der motivierte Trommel-Prügler recht schnell zur Einsicht gelangt, dass das Bearbeiten von Fellen, deren Spannungszustand dem von heißem Käseleberkäse zum Verwechseln gleicht, wenig bis gar keinen Sinn macht.
Fazit: drinnen, in der Sahara und nach kurzzeitigem Grillen über dem Feuer klingt dieses Modell ganz wunderbar!

Davul II

Unser alter geknüppelter Veteran - aufgrund seiner hübschen und dezenten Farbgebung liebevoll 'Habakuk' genannt!

Baujahr: so um 2005
gekauft: ja eh auch dann
Hersteller: unbekannte Musikerseele

Unsere Outdoor-Variante dieses zweiseitigen Trommeltypus ist mit Kunstfellen bespannt, was den Einsatz in mitteleuropäischen Freiluftarealen erheblich entspannter gestaltet - das Wasser perlt einfach ab - und das ganz unabhängig von der Intensität mit welcher es auf der Trommeloberfläche detoniert. Bei diesem Modell von leichten Gebrauchsspuren zu sprechen würde durchaus als Untertreibung gelten, hat unser Habakuk doch schon so einige Blessuren davongetragen: so ist von diversen Brüchen bis hin zu sturzbedingten Bissspuren alles dabei. Immer wieder liebevoll gesundgepflegt leistet uns Frankensteins Trommel jedoch nach wie vor gute Dienste.

Bodhrán

Baujahr: schwer zu sagen, da wie unter "Hersteller" angeführt etwas schwer zu rekonstruieren
gekauft: 2008
Hersteller: entwickelt von Early Music Shop/England, produziert - Ferner Osten

Irische Rahmentrommel, die aufgrund des meistens verwendeten Doppelschlägels schon nach kurzer Belästigung des armen Teils und der Umwelt ohne einem zwanzigjährigen Studium feine Rhythmen preisgibt (wenn man sich als Laie damit zufrieden gibt und nach etwas Anschaungsmaterial den klassischen Learning by Doing Prozess einleitet, was in diesem Fall zutrifft.)

Rahmentrommel

Sehr nuanciert spielbare Trommel in Zimmerlautstärke. Frei nach dem Motto: ist das Schlagwerk dir zu laut, wird auf diese hier gehaut!

Baujahr: um 2002
gekauft: ebendann
Hersteller: Norbert Eckermann

Die Rahmentrommel zählt zu den ältesten Trommelformen der Menschheitsgeschichte und wurde in Mesopotamien schon im 3. Jahrtausend vor Christus gespielt. Man findet sie in unterschiedlichen Bauformen nahezu weltweit, was ein unträglich Zeichen dafür ist, dass es Sinn macht sie zu spielen. Das tut's in der Tat, da unterschiedliche Schlagtechniken sehr differenzierte klangliche Ergebnisse produzieren. Dum-taka-dum-tak!

Spielmannstrommel

Na ja - wie der Name schon verrät - eine Trommel auf der Man(n) spielt, um irgendjemanden damit zu nerven.

Baujahr: 2009
gekauft: 2009
Hersteller: Folkfriends und umgebaut

Eine willkommene Abwechslung zum herkömmlichen Davul-Geprügel.
In bestehender Erscheinungsform existiert diese Rhythmusmaschine seit der frühen Rennaissance und kann als Vorläufer der allseits beliebten Landsknechtstrommel zur Verantwortung gezogen werden.

Nakers

Kleine süße paarweise auftretende Paukenspezies

Baujahr: ca. 2015
gekauft: 2015
Hersteller: someone in Pakistan

Wenn man den Recherchen glauben darf im 13. Jhdt. im Zuge der Kreuzzüge aus dem Nahen Osten importiert sind diese beiden kleinen Variationen aus der Familie der Kesselpauken prinzipiell dafür konzipiert, sie zusammen um die Taille zu hängen, bei uns werden sie im Normalfall jedoch zu anderen Klopfeinheiten einfach dazu gehängt und erfreuen uns mit helleren Klängen als Ergänzung zu den großen tieferen Geschwisterchens. Eine der beiden glänzt auch noch mit einer Snarevorrichtung, sodass auch hier noch weitere Klangwelten genutzt werden können. Bisher bei uns noch nicht so präsent wurde das Augenmerk jedoch recht stark auf sie gerichtet, als wir um Beteiligung bei einer Filmszene gefragt wurden, wo die Klangvorgabe jedoch eine gewisse Herausforderung darstellte, wie man dies wohl halbwegs glaubhaft darbieten könnte. Mit viel Enthusiasmus von Raban an die Oberfläche unseres Bewusstseins befördert wurden diese dann noch kurzfristig an Land gezogen und freundlicherweise auch vom Filmteam dann noch unterstützt, vielen Dank auch nochmals dafür ;o) .