Löchrige, tonerzeugende Röhren

Mühlviertler Urgesteinspanflöte

Eines unserer Lieblingsinstrumente!

Baujahr: seit 1363
gekauft: immer mal wieder
Hersteller: Braukommune Freistadt

Es handelt sich hierbei um ein Instrument aus der Familie der Aerophone, bei dem - im Gegensatz zu vielen anderen Musikinstrumenten - der hingebungsvolle Stimmvorgang im Vordergrund steht. Vor dem Spiel dieser Panflöte muss das Instrument gewissenhaft intoniert werden, wobei aus vielerlei Gründen die Verwendung von originalverschlossenen Hohlkörpern empfohlen wird. Die Intonation geschieht mittels Entleerung hin zu streng festgelegten Flüssigkeitspegeln. Da die Musik des Mittelalters eine vom kräftigen Bordun begleitete Erscheinung darstellt, ist es von unablässiger Wichtigkeit, mehrere Hohlkörper zur Gänze zu entleeren und durch das Anblasen dieser mehrfach gleichgestimmten Hohlkörper eben jenen kräftigen Dauerton zu gewährleisten. Das Melodiespiel erfolgt auf nur einem Hohlkörper, welcher im Laufe des Solierens durch Absenken des Flüssigkeitspegels sukzessive tiefer gestimmt wird. Ist die Melodiepfeife entleert, dient sie zur weiteren Vertärkung des Borduns und ein neues originalverschlossenes Melodieinstrument muss intoniert werden.

Fujara

Das Didgeridoo der Hohen Tatra

Baujahr: 2007
gekauft: Von der Werkbank weg
Hersteller: Folkart Slovakia

Bei der Fujara handelt es sich um eine von slowakischen Hirten entwickelte Obertonflöte enormen Ausmaßes. Die 170 cm Bergholunder produzieren Naturtonreihen, welche einer unbekannten und faszinierenden akustische Welt zu entspringen scheinen.

Obertonflöte

Diese einfache Kernspaltföte ohne Grifflöcher erzeugt dennoch mehr als einen Ton

Baujahr: 2007
gekauft: 2007
Hersteller: Folkart Slovakia

Obertonflöten existieren nahezu Weltweit. Es handelt sich dabei um sehr einfach herzustellende, ursprüngliche Flöten, deren Tonumfang primär auf Naturtonreihen basiert. Lustig wird's vor allem bei kräftigem Pusten, dann erklingen nämlich alle Naturtöne in schneller Abfolge, was recht interessante Effekte zu erzeugen vermag.
Die europäische Obertonflöte war vor allem ein Hirteninstrument, welches auf freiem Feld hergestellt und bespielt wurde - man hatte ja ausreichend Übungszeit bei den Viecherl und konnte sich so würdig auf das nächste anstehende Fest vorbereiten um alsdann das Haus zu rocken. Mit der Veränderung der Gesellschaftsstrukturen verlor die Obertonflöte in Westeuropa ihre Bedeutung, in Osteuropa und Skandinavien wird jedoch immer noch gern drauf gepfiffen.

Cornamuse

Im Klang einer von Flatulenz geplagten Ente nicht unähnlich.

Baujahr: 2002
gekauft: Holz dafür im Herbst
Hersteller: Raban himself/Österreich

Bei diesem Tröt handelt es sich um ein eher leises Renaissance-Instrument, welches durchaus auch als Krummhorn ohne Krümmung bezeichnet werden darf. Ebenfalls im Eigenbau entstanden, leistet es bei der Interpretation mehr oder weniger höfischer Musik des Mittelalters und der Renaissance treue Dienste.

Alphorn

Määäächtiigeees Gefipse für die werte Dame unserer Kapelle

Baujahr: gute Frage
gekauft: schon ein Weile her
Hersteller: Heimatklang

Aufgrund des gängigen Aussehens würde man vielleicht eher nicht im ersten Moment daran denken, dass dieses gute Teil zwengs der Anblastechnik zu den Blechblasinstrumenten gezählt wird. Da das gute Ding keine Klappen oder ähnliches besitzt, lässt unsere liebe Spielfrau auf andere Art und Weise verschiedenste Töne erklingen. Schriftlich wurde es zumindest im 16. Jahrhundert schon mal erwähnt, wurde wie so einige andere Instrumente, mit denen wir das Auditorium quälen, dann mal als Bettelinstrument eingestuft und erhielt dann etwas später wieder seinen Aufschwung. Anhand der Beschaffenheit kann es durchaus mit unseren lautesten Instrumenten locker mithalten. Aja, noch ein Tipp am Rande: dieses Instrument bietet eine wunderbare Alternative zum Lippenbotox, falls das jemand interessiert (zumindest kurzfristig, aber angeblich hält ja die andere Variante auch nicht besonders lang).

Flöten

Funde belegen, dass die Flöte zu den ältesten Instrumenten der Menschheit gehört.

Baujahr: div
gekauft: auch
Hersteller: 13 verschiedene

Ansonsten erübrigt sich wohl eine nähere Auseinandersetzung mit dieser Spezies, da sie den meisten von uns aus fernen Volksschulzeiten bekannt ist.

Gemshörner

Zählen zu den Gefäßflöten.

Baujahr: 2003
gekauft: Traumatisches Erlebnis der kuhwarmen Hornbesorgung im hiesigen Schlachthof - Jahr verdrängt
Hersteller: unter fluchen und würgen Raban himself/Österreich

Diese Hornflöten sind typische Vertreter leiser mittelalterlicher Instrumente. Ihr Klang ist warm und voll und somit in der Lage, den geneigten Zuhörer in einen großen Wattebausch zu packen.

Mirliton

Das Kazoo des Mittelalters und der Renaissance.

Baujahr: 2005
gekauft: Holz lag noch im Keller rum
Hersteller: Raban himself/Österreich

Auch Noneke, Bettler- oder Narrenpfeife genannt, entwickelte es sich aus einem hohlen Hölzchen, auf dessen Ende ein Zwiebelhäutchen aufgebunden wurde. Über ein zusätzlich gebohrtes Loch wird das Gerät angesummt, was das Erklingen von absonderlichen Tönen zur Folge hat. Eines der wenigen Instrumente, das in allen Gesellschaftsschichten zum Einsatz kam (weil dodelsicher).

Schalmeien und Rauschpfeifen

Tanzpfeifen des Mittelalters und Vorläufer der Oboe

Baujahr: mehrere
gekauft: Immer wieder mal
Hersteller: Raban himself/Österreich,
Jens Güntzel/Deutschland, John Hanchett/England

Man entferne die Spielpfeife aus dem Dudelsack, fasse sie mit beiden Händen, und fertig ist die Schalmei bzw. Pommer. Die musikhistorische Genesis von Schalmei und Sackpfeife verlief jedoch umgekehrt. Erst das Pfeiferl, dann das Sackerl! Versieht man das Ganze noch mit einer Windkapsel, um nicht versehentlich vom Doppelrohrblatte zu naschen, hält man nunmehr eine Rauschpfeife in Händen, welche jedoch ihrem Namen zum Trotz durchaus auch nüchtern gespielt Töne von sich gibt. Diese Tröten eignen sich besonders für das Zusammenspiel mit Sackpfeifen, was zu einer erhöhten Dezibel-Emission führt, welche schon im Mittelalter nur den Zweck verfolgte, vom Hörnerv direkt an die Beinmuskulatur weitergeleitet zu werden oder im schlimmsten Falle mit der Entleerung eines randvollen Nachttopfes über angestrengten Spielvolks-Häuptern endet.

Launeddas

So sahen Uroma und Uropa des Dudelsacks wohl aus.

Baujahr: ???
gekauft: 2012
Hersteller: ein Mensch aus Sardinien

Hierbei handelt es sich um ein aus 3 Schilfpfeifen bestehendes Instrument, welche mit Einfachrohrblättern versehen sind. Auf zwei dieser Pfeifen wird mit jeweils einer Hand eine Melodie gespielt, was somit einfache Polyphonie ermöglicht. Die dritte Pfeife dient als Bordunpfeife und das Rohrblatt dieses Stöckchens muss nebst den beiden anderen auch noch Platz im Rachen des Spielers finden, welcher im Idealfall (neben der grundlegenden Spieltechnik) über Zirkularatmungskenntnisse verfügt, die ihn vor dem nahenden Erstickungstod retten und zudem ein Mindestmaß an Würgereiz-Toleranz aufweist - denn 3 unterschiedlich lange Schilfrohre können recht raumgreifend wirken.
Diese Instrumentenform ist belegterweise an die 3000 Jahre alt und wurde als recht einfach herzustellendes Instrument, welches zudem überaus effektvolle und komplexe Klangeigenschaften aufweist auch im Mittelalter gerne verwendet - wie einige erhaltene Abbildungen beweisen.

Schwegelpfeifen

Eigenbau-Querflöte wie sie schon seit Jahrhunderten in der Volksmusik Verwendung findet.

Baujahr: 2003
gekauft: div Holzreserven gefunden
Hersteller: Raban himself / Österreich

Ebenfalls nicht ganz leicht zu spielen, wie schon Michael Praetorius stöhnend feststellen musste.

Zinken

Holztröte mit Trompetenmundstück

Baujahr: irgendwann Anfang der 80er
gekauft: 2004
Hersteller: Franz. Instrumentenbauer,
Name entfallen

Ein von niederen Spielleuten entwickeltes, sehr schwer zu spielendes Holzblasinstrument mit trompetenähnlichem Klang. Da Blechblasinstrumente sehr hoch geschätzt wurden, rissen sich die oberen Gesellschaftsschichten flugs das ausschließliche Nutzungsrecht unter den Nagel. Aus dieser Not heraus nehme man ein flötenähnliches Holz-Ding und versehe es mit einem Trompetenmundstück. Angeblich ein wunderschöner Klang, der menschlichen Stimme nicht unähnlich - vorausgesetzt man kann's. Wir üben noch!